Im Gespräch mit „Mr InspectionXpert“
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27. Juni 2017

Interview mit „Mr InspectionXpert“

Jeff, Du bist heute ein erfolgreicher Geschäftsmann, Deine Software zählt zu den gefragtesten in der Branche. Wie bist Du „Mr InspectionXpert“ geworden?

Meine heutige Firma habe ich 2004 gegründet, zunächst noch unter einem anderen Namen. Davor gab es noch einige andere Stationen in meinem Leben. Nach meinem Maschinenbau-Studium habe ich zunächst in verschiedenen Unternehmen als Ingenieur gearbeitet.

Dann kam eine nicht so schöne Phase, ich hatte Probleme einen adäquaten Job auf meinem Gebiet zu finden. Doch mein Motto lautet schon immer „Nicht verzagen“! - Ich beschäftigte mich weiterhin sehr intensiv mit der Softwareentwicklung, und das durchaus erfolgreich. In dieser Zeit kam ich dann auch mit der CAD-Technologie in Berührung.

Inwiefern hat Dich das konkret beeinflusst?

Ich wusste eben aus erster Hand, mit welchen täglichen Problemen man als Ingenieur zu kämpfen hat. Stellen wir uns doch ruhig mal Jeff Cope als unbefangenen jungen Ingenieur vor, der mit seiner CAD Zeichnung zu dem zuständigen Kollegen in der Firma geht. Dessen Aufgabe war es damals, meine Ideen in eine Tabelle in Microsoft Word einfügen, Tabellenzeilen umständlich zu kennzeichnen usw. Und wehe, diesem jungen Ingenieur fiel einige Stunden später noch etwas dazu ein und er käme zurück und sagte „Oh, ich habe noch einige Fehler entdeckt, ich habe es noch einmal neu gemacht“.

So macht man sich keine Freunde in der Firma, oder?

Nein, ganz gewiss nicht. Niemand würde sich wohl darüber freuen, wenn er auf diese Weise 5 Stunden verlorene Arbeitszeit umsonst verbraten hätte. – Genau solche Probleme gab und gibt es auch heute noch, das hatte ich in meiner über vierjährigen Tätigkeit in diesem Bereich häufig beobachtet. Ich machte mir also Gedanken darüber, wie man diese und ähnliche Probleme lösen könnte.

Das war dann die Geburtsstunde von InspectionXpert?

Ja, beinahe. Ich programmierte zunächst eine Software unter einem anderen Namen, der Name InspectionXpert kam dann kurze Zeit später.

Wie groß war denn die Resonanz?

Erstaunlich groß! Ich war selber überrascht über die Resonanz, als ich meine Angebote auf einer damals üblichen Message Board veröffentlichte. Nicht nur kleine, auch große Unternehmen wollten alle das Produkt haben. Ich kam mit der Auftragsbearbeitung kaum hinterher.

Hast Du denn am Anfang alles selber gemacht?

Am Anfang ja, das ging einfach nicht anders. Ich halte auch immer noch viel von persönlichem Kundenkontakt. Wir hatten wahrhaftig von Anfang an sehr unterschiedliche Kunden, vom einfachen Kleinunternehmer in Alabama, bei dem man beim Telefonsupport im Hintergrund sein Baby schreien hörte. Gleichzeitig kamen aber auch zunehmend Anfragen von größeren Firmen, als sich immer mehr herumgesprochen hatte, was InspectionXpert leistet. Da war alles dabei, Anfragen von der Raumfahrtindustrie, vom Militär, aber auch beispielsweise von der Medizintechnik. Ganz einfach aus jedem Bereich, in dem es auf innovatives und akkurates Qualitätsmanagement ankommt.

Wie geht es Deiner Firma heute?

Durch das Internet sowie durch Mund-zu-Mund-Propaganda sind wir in den vergangenen Jahren sehr schnell gewachsen. Inzwischen zählen wir über 7000 Anwender in über 2000 Unternehmen auf 7 Kontinenten.

Qualitätsmanagement wird immer wichtiger?

Auf jeden Fall, daher ist es auch kein Wunder, dass es inzwischen einige Konkurrenzunternehmen gibt, die versuchen, etwas von dem „Kuchen“ abzuhaben. Durch die zunehmende Globalisierung kommt immer mehr Konkurrenz auf den Markt, zum Beispiel aus China, aber auch aus anderen Ländern wie Vietnam oder auch aus afrikanischen Ländern.
Anfangs waren wir wie gesagt Pioniere auf dem Gebiet. Daher haben wir auch die größte Erfahrung und können unseren Kunden am meisten bieten.

Ist das nicht auch eine Folge des härter werdenden Konkurrenzdrucks in der Industrie?

Absolut, die Anforderungen sind generell gestiegen, das sieht man besonders gut am Beispiel der Automobilindustrie. Kosten sollen stets gesenkt werden, und trotzdem muss eine immer höhere Produktqualität erreicht werden. Verkäufer stehen heute unter einem gewaltigen Preisdruck.

Sind die Zeiten also härter geworden?

Ja, teilweise schon. Sagen wir mal so, vor 20 Jahren sah die Welt ganz anders aus. Es gab einige Standardsoftwareprogramme, es wurde noch viel auf Papier gezeichnet usw.
Heute sind wir verwöhnter, wir sind einfach anderes gewohnt: Wir nutzen das Internet ganz selbstverständlich, sind bei Facebook, versenden PDF Dokumente. Früher benötigte man tausende Zeichnungen, bis ein Produkt auf den Markt kam. Da gab es Unmengen von Fehlerquellen.  Heute versenden wir online Kalkulationstabellen, die bereits alle notwendigen Daten enthalten.
Aber ist es nicht toll, heute auf Softwarelösungen zurückgreifen zu können, die aus Prüfzeichnungen und -modellen mit nur einem Klick gestempelte Prüfzeichnungen und Prüfpläne erzeugen kann? Und alle Beteiligten haben den Überblick, über das, was gerade läuft!

Danke, Jeff, für das Interview!

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